Smart Meter / Netzrückwirkungen  

Unzulässige Netzrückwirkungen im Niederspannungsnetz des Netzbetreibers im Frequenzbereich 9 – 500 kHz

 

 

• Einleitung, Hintergrundinformationen und Rahmenbedingungen:

 

Im Stromnetz des Netzbetreibers werden in regelmäßigen Abständen, sowie auch im
Anlassfall, Messungen bezüglich der Netzqualität und Netzrückwirkungen durchgeführt.

Durch diese Messungen soll eine Beeinflussung von anderen Netzkunden bzw. Übertragungseinrichtungen wie z.B. das
Smart Metering-System des Netzbetreibers festgestellt und verhindert werden.

Die Behebung dieser Netzrückwirkungen ist essentieller Bestandteil, um allen Netzkunden einen
störungsfreien Betrieb, dazu zählt auch die Smart Meter Datenübertragung, zu gewährleisten.

Die häufigste Ursache für unzulässige Netzrückwirkungen sind Defekte im Bereich der Gerätenetzfilter der
elektrischen Geräten, die durch Alterung oder Überlastung (z.B.: Blitzeinschläge) hervorgerufen werden.

Die rückwirkungsfreie Funktionalität des Geräts ist Voraussetzung für die Betriebserlaubnis am Stromnetz,
welche Ihnen der Hersteller durch eine Ausstellung einer CE-Konformitätserklärung bescheinigt. Die in dieser
CE-Konformitätserklärung vom Hersteller angeführten Richtlinien/Normen/Gesetze müssen zum Zeitpunkt der
Inbetriebnahme und über die gesamte Nutzungsdauer des Gerätes eingehalten werden.

Wir weisen auch darauf hin, dass bei nachweislich unzulässigen Rückwirkungen (z.B. unzulässig hohe
Stromstöße oder Oberwellen, Störungen durch Blindstromkompensationseinrichtungen, Störung der

Rundsteuerung oder der Smart Meter-Infrastruktur des Netzbetreibers) kann der Netzbetreiber vom
Netzkunden die Vornahme von Schutzvorkehrungen verlangen oder nach Verständigung des Netzkunden
selbst vornehmen. In beiden Fällen gehen derartige Kosten zu Lasten des Netzkunden.

 
• Angewandte Normen:
 
OENORM EN 50065-1 2012-03-01 (9 kHz bis 150 kHz)
OENORM EN 61000-6-3 2011-10-01 (150 kHz bis 500 kHz)
OENORM EN 55032 2016-03-01 (150 kHz bis 500 kHz)
 
• Messobjekte:
 
BESCHREIBUNG: Wechselrichter
TYPE: GW20KT-DT
HERSTELLER: Goodwe
 
 
• Messaufbau bzw. Messort
 
1.) Neuron nBox-Tool
2.) Messung am Zählerverteiler – (Messort)
 
• Messergebnisse
 
Genormte Störpegelgrenzwerte
66 dBμV auf 56 dBμV Quasispitzenwert (9 kHz BW)
56 dBμV auf 46 dBμV Mittelwert (9 kHz BW)
 
• Messung am Zählerverteiler (Phase 3):
 

 

 

• Messung am Zählerverteiler – Wechselrichter (Strang) ausgeschaltet (Phase 3):

 
 
• Messergebnisse/Zusammenfassung:
 
Der Wechselrichter des angeführten Herstellers und Typs verursacht Störspannungen, die weit über den
höchstzulässigen gesetzlichen EMV-Grenzwerten liegen und ebenso zu unzulässigen Netzrückwirkungen
führen.

Der vorliegende Wechselrichter darf ohne weitere Maßnahmen nicht mehr im Stromnetz des Netzbetreibers betrieben werden, da die gesetzlichen EMV-Normen nicht eingehalten werden.
Eine der folgenden Abhilfemaßnahmen hat der Anlagenbetreiber nun zu setzen:

1.) Austausch der oben angeführten Geräte/Elemente gegen EMV konforme Geräte/Elemente

2.) Reparatur der oben angeführten Geräte/Elemente, um die vorgeschriebene EMV Konformität zu bzw.
wieder zu erreichen

3.) Einbau eines geeigneten (Netz-)Filters. In diesem Fall sind auf die richtigen Spannungs,- Strom-
und IP-Schutzwerte zu achten.

Legende:
x-Achse: Frequenz 150-500 kHz
y-Achse: zeitlicher Verlauf
Farbskala: >41 dBμV (grün), >59 dBμV (gelb), >84 dBμV (rot)